Zu Beginn waren die langen Sätze sehr mühsam zu lesen. Und auch das Fehlen von Absätzen erschwerte das Lesen. Ausserdem wiederholt sich der Erzähler (Seite 8: wir haben immer gesagt, wie schön diese Folien geworden sind, nun, wie findet ihr sie, hat mein Vater gefragt, und wir haben immer wieder gesagt, wie besonders schön wir sie finden.) Mit der Zeit jedoch, habe ich mich an diesen Stil gewöhnt.
Ich fand es ziemlich merkwürdig, was für Gedanken der Erzähler über das Kochen der Muscheln hat. Was er sich dabei für Fragen stellt und es mit dem Tod von Menschen vergleicht, finde ich ziemlich untypisch für ein Kind.
Schon von Anfang an, gibt es kleine Andeutungen, dass der Vater das Oberhaupt der Familie ist, und er das Sagen hat. Er "bestellt" die Muscheln bei seiner Frau, und lässt sie somit 4 Stunden die Muscheln putzen. Ausserdem verhält sich die Familie anders, wenn er nicht zu Hause ist. Es ist schlimm, dass sich die Familie dem Vater anpassen muss. Sobald er nach Hause kommt, "stellen" sie sich alle um.
Ausserdem ist mir noch aufgefallen, dass der Vater zu seinen Kindern sagt, sie sollen Respekt vor der Mutter haben, weil sie so viel schuftet. Er hingegen scheut sich nicht davor, ihr zu befehelen, dass sie noch Bier oder Zigaretten für ihn holen soll, obwohl sie den ganzen Tag gearbeitet hat. Respektvoll würde ich das nicht nennen.
Die Familie wünscht sich, dass der Vater nicht von der Dienstreise heim kommt, wegen des ewigen Umstellens und es wäre ihnen egal, wenn ihm etwas passieren würde. Dies ist ganz bestimmt nicht normal.
Das ewige Umstellen zeigt, dass der Vater eigentlich keine Ahnung von seiner Familie hat. Wenn er zu Hause ist, gelten seine Regeln und alle verhalten sich dem entsprechend.
Ich finde es auch eigenartig, dass eine Familie Angst vor dem Vater bzw. vor dem Mann haben muss. Sie fürchten sich, laut zu sprechen und flüstern, in der Angst, dass er jeden Moment kommen müsste. Auch, dass der Vater immer wieder sagt, was für eine Entäuschung seine Familie für ihn ist.
Alles in allem, ist es eine kaputte Familie, die die perfekte Familie aus Ansicht des Vaters spielt.
Samstag, 12. April 2008
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