Mittwoch, 30. April 2008

Letzte Eindrücke von Martina

Erstmal finde ich es sehr schlimm, wie der Vater mit seiner Mutter umgeht. Sie steht bei Fotos immer abseits mit einem Abstand zum Rest, was ich ziemlich diskriminierend finde. Ausserdem will der Vater sich nicht mit ihr abgeben und schämt sich für sie, obwohl es ihm eigentlich missfällt, sie so zu behandeln. Die „andere“ Grossmutter ist jedoch so stolz auf ihren Sohn, dass sie alles versucht, ihn irgendwie bei ihr zu haben. Es ist ziemlich kränkend, wie der Vater mit ihr umgeht, da er ja auch an ihr hängt, sie aber trotzdem so abfällig behandelt. Eigentlich ist er ja mit dem Essen seiner Mutter und der Unreinheit aufgewachsen. Von daher sollte er das kennen. Trotzdem mag er es heute überhaupt nicht und findet es schon fast abstossend. Zudem ist es schade, dass er erst bei ihrem Tod über seinen Schatten springt und sich sozusagen das erste Mal um sie kümmert.

Ich finde es grauenhaft, dass der Vater seine Kinder schlägt. Und das ziemlich heftig. Sogar wenn sie schon auf dem Boden liegen, tretet er noch mit seinen Holzpantoffeln auf ihren Kopf. So geht man nicht mit anderen Menschen um und schon gar nicht mit seinen eigenen Kindern!

Irgendwie finde ich den Vater auch ziemlich dumm, gar nicht intelligent, wie er oft beschrieben wird. Wieso kauft er immer wieder asiatische Aktien, wenn jede Einzelne Konkurs geht? Das ist doch dämlich! Mit dem Geld allgemein geht er viel zu leichtsinnig um. Er schmeisst das Geld richtig zum Fenster raus, obwohl sie eigentlich nicht viel haben und sparen müssten. Auf eine Art und Weise ist er sehr kindisch und verantwortungslos. Er kann nicht mal einen Haushalt führen. Hingegen die Mutter muss diese Aufgabe sogar mit vierzig Grad Fieber oder einer Nierenbeckenentzündung übernehmen, was ich ziemlich fahrlässig finde.

Noch ein paar Worte zum Schluss des Buches. Irgendwie gefällt mir der Schluss nicht besonders. Ich hätte gern erfahren, ob wirklich der Vater am Telefon war oder vielleicht die Polizei oder sonst jemand, der ihnen mitteilt, dass der Vater leider tödlich verunglückt ist (oder etwas anderes). Einfach der Grund, wieso er nicht nach Hause gekommen ist, wo er doch immer so perfekt war. Ich hätte auch gerne gewusst, wie die Familie ihr Leben umgestaltet. Ob sie den Vater rausschmeissen und ihm endlich mal die Meinung sagen.

Allgemein zum Buch: Ich fand das Buch trotz Schluss recht interessant. Mal ganz was anderes zu lesen. Es ist schon fast beeindruckend, dass man ein ganzes Buch über ein paar Stunden schreiben kann und ich finde es gut, dass die Autorin die Vorstellung einer perfekten Familie (aus Sicht des Vaters) auf den Kopf stellt, beziehungsweise zu Fall bringt.

2 Kommentare:

Alija hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Alija hat gesagt…

Zu deinem Kommentar über das ganze Buch kann ich nur sagen, dass ich gleicher Meinung bin. Die Autorin hat nicht die heile, perfekte Familie präsentiert, sondern auch ein wenig übertrieben das gezeigt, was es oft gibt, nähmlich nach aussen einen guten Eindruck hinterlassen, aber zu Hause bricht alles zusammen. Auch die Fähigkeit, ein Buch über einen kurzen Abschnitt an einem Abend zu schreiben, finde ich bewundernswert.
Allgemein zu all deinen Einträgen kann ich sagen, dass du das wirklich gut gemacht hast. Die wichtigsten Punkte hast du gut gefunden und dargestellt. Man merkt auch, dass du den Vater nicht leiden kannst, aber auch da bin ich eigentlich deiner Meinung :D.