Dienstag, 6. Mai 2008

Zweiter Blogeintrag von Alija

Als ich bis Seite 74 gelesen habe, war ich immernoch derselben Meinung wie am Anfang des Buches. Leider kann ich mit diesem Schreibstiel nicht viel anfangen. Diese Wiederholungen sind ziemlich mühsam. Sie haben den einzigen Vorteil, dass man das Buch irgendwann weglegen kann und das nächste Mal unbekümmert weiter lesen kann und sofort weiss, wo man war.

Über die Familie erfährt man noch einiges. Der Vater stellt sich immer in den Vordergrund und nur was er macht, ist auch gut und spannend und wichtig. Er kann von seinem Büro erzählen, weil es mehr wert war als die Schule. Die Mutter hingegen sprach nicht über die Schule. Sie stellt sich immer in den Hintergrund. Auch ihre Wünsche stellte sie für ihn zurück, wie zum Beispiel die Sehnsucht nach Dörflichem.

Die ganze Geschichte mit der Charakterstärke (Seite 60) finde ich ziemlich lächerlich. Die Mutter ist Gesundheithalber in den Schatten gesessen und wollte einen Sonnenbrand verhindern. Sofort wird sie als zimperlich und charakterschwach dargestellt vom Vater. Die Kinder hingegen versuchten alles dafür zu tun, dem Vater zu gefallen. Sie nahmen sogar einen schmerzhaften Sonnenbrand in Kauf. Dies kann ich absolut nicht verstehen. Klar, für die Kinder ist es eine schwierige Situation. Man versucht immer, dass die Eltern stolz auf einen sind. Jedoch wäre ich mir persönlich selber zu stolz, um dies zu tun, nur damit mein Vater mich endlich mal anerkennt.

Die typische mathematische Denkensweise des Vaters sieht man besonders in der Auswahl des Ferienortes. Er vergleicht die durchschnittliche Sonnenscheindauer pro Land und Jahr und errechnet sich die Wahrscheinlichkeit einer ununterbrochenen Sonnenscheindauer aus. Mir wäre diese Zeit zu Schade. Wenn ich in die Ferien will, dann schaue ich nach, wo es mir gefällt, achte noch auf den Preis und schon sind die Ferien gebucht. Also absolut unverständlich aus meiner Sicht.

Seine Fussballbegeisterung versucht er auch auf seine Kinder zu übertragen, leider interessieren sie sich nicht dafür und können nichts damit anfangen. Für den Vater ist dies schon fast Sabotage gewesen. Er verbietet seiner Tochter viel zu lesen. Dies finde ich einen ziemlichen Wiederspruch, weil sie ja gebildet sein sollte und durch lesen würde sie einiges lernen. Das die Kinder ihre Mutter im Haushalt nicht unterstützen, wenn der Vater zu Hause war, finde ich ziemlich frech. Sie braucht deren Hilfe, egal ob mit oder ohne Vater. Da kann ich auch die Mutter nicht verstehen, weil sie sich hier wohl besser durchsetzen müsste. So viel Macht darf man einer einzigen Person in der Familie gar nicht erst geben. An diesem besagten Abend haben sie aber erkannt, dass er Tyrannei ausübt und sie lieber die "richtige" Familie aufgeben als so eine zu haben. Eine gute Überlegung, ein bisschen spät, aber besser als nie.

Die Kinder wünschen sich auch einen Umgang mit anderen Kindern. Jedoch wird dieser unterbunden vom Vater. Die anderen Kinder können nie gut genug sein. Den Kindern die Freunde vorzuschreiben, finde ich eine unnötige Einschränkung und Einmischung in deren Leben. Das sie es nicht akzeptieren, wenn diese Freunde zu ihnen nach Hause kommen, finde ich noch einigermassen in Ordnung, aber das sie den ganzen Umgang unterbinden, käme für mich als Mutter nie in Frage.

Wo ich jedoch am meisten geschockt war und es jetzt noch fast nicht glauben kann, ist die Aussage auf Seite 68 unten. "Ich wünschte, ihr wäret nicht auf der Welt und bereue euch gezeugt zu haben." So etwas den eigenen Kindern zu sagen, ist einfach nicht akzeptabel. Wie fühlt man sich in solch einer Situation? Ich hätte mich nicht beherrschen können. Der eigene Vater denkt so über seine Kinder. Da ist wohl einiges schief gegangen in seinem Leben. Er hat von Anfang an etwas gegen seine Kinder gehabt. Dass die Mutter hier nicht eingegriffen hat, ist für mich auch unverständlich.

Also dieser Vater wird mir von Seite zu Seite unsympathischer und ich verstehe einfach nicht, wie man so leben kann.

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